GeschichteBurg von Uwajima - kleine Festung auf Shikoku

Burg von Uwajima – kleine Festung auf Shikoku

-

Uwajima ist eine kleine Stadt im Süden der Präfektur Ehime – und wartet mit der formidablen Burg von Uwajima auf. Diese thront mitten in der Stadt auf einem steilen Hügel. Die Burg von Uwajima gehört zur Gattung der 平山城 Hirayama-Burgen, was bedeutet, dass sie auf einem Hügel in einer Ebene errichtet wurde. Das ist nichts Besonderes in Japan – aber die Burg von Uwajima ist eine der nur 12 verbliebenen 現存天守 Genzai Tenshu – Burgen, bei denen der Hauptbau (Donjon) noch im Originalzustand ist (siehe Burgen in Japan).

Treppe und Mauer des Ninomaru
Treppe und Mauer des Ninomaru

Die Grundmauern der Burg von Uwajima wurden im Jahr 1236 errichtet, doch mit dem Bau des heutigen Donjon, also der Burg an sich, begann man gleich zu Beginn der Edo-Zeit, im Jahr 1601. Der Donjon trägt die Handschrift des damals für seine Baukünste berühmten 藤堂高虎 Tōdō Takatora. 1615 war die Burg fertig, und der örtliche Daimyō zog ein. 1671 gab es schliesslich zahlreiche Umbauten – das Resultat ist das, was man heute von der Burg sieht. Da die Küste nicht weit entfernt ist, zog man Gräben von der Küste bis zur Burg und leitete Meereswasser herein, weshalb die Burg von Uwajima technisch gesehen eine 海城 umijiro (Meeresburg) ist – eine Seltenheit in Japan.

Die kleine, feine Burg von Uwajima
Uwajima – die kleine, feine Burg

Die Burggräben wurden jedoch später zugeschüttet, so dass es heute keine Wassergräben mehr gibt. Im Zweiten Weltkrieg wurde auch die kleine Stadt Uwajima von amerikanischen Bombern angegriffen, doch man hatte Glück: Lediglich das 大手門 ōtemon, das Haupttor, wurde durch den Angriff zerstört – das eigentliche Burggebäude überstand den Luftangriff unbeschadet.

Wer zur Burg will, muss erstmal einen steilen Weg 80 Höhenmeter überwinden. Der Eintritt in die Burg selbst kostet 200 Yen. Die Burg selbst ist sehr klein, mit einem kleinen, gepflegten Park vor dem Eingang – und einem formidablen Blick über die Stadt und die Bucht.

Blick über den Burgpark auf die Stadt und den Hafen
Blick über den Burgpark auf die Stadt und den Hafen
tabibito
tabibitohttps://japan-almanach.de
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei der Tabibitos Blog empfohlen.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Neueste Beiträge

Hokkaido im Winter

Zwischen Weihnachten und Neujahr 2025 sollte es mal wieder nach Hokkaido gehen – zum sechsten Mal, wenn ich mich...

Hakata Ramen Marufuku (博多らーめん 丸福) in Sumiyoshi, Kawasaki

Man muss nicht extra nach Fukuoka reisen, um ausgezeichnete Hakata-Ramen zu essen. Man findet sie auch ganz einfach bei Marufuku in Kawasaki.

Abgesang: Das war 2025

Wie jedes Jahr gibt es den traditionellen, persönlichen Jahresrückblick. Das war also, aus Sicht von Tabibito, das Jahr 2025: Politik ———— Neues...

Onomichi – Kleinod im Osten von Hiroshima und Tor nach Shikoku

Koselige Wohnviertel mit schmalen Gassen an steilen Hängen, zahlreiche Tempel und die Melange aus Meer und Bergen machen diesen Ort reizvoll

Weihnachten in Japan | Frohes Fest

Kaum hat das Jahr angefangen, da ist es schon wieder zu Ende: Und wie jedes Jahr kommen in Japan...

“Toritetsu” im Visier | Erdbebengefahr im Norden Japans

JR East, die größte Eisenbahngesellschaft in Ostjapan, veröffentlichte heute in einer Pressemitteilung ein neues Poster, das man ab morgen...

Must read

Die 10 beliebtesten Reiseziele in Japan

Im Mai 2017 erfolgte auf dem Japan-Blog dieser Webseite...

Auch lesenswertRELATED
Recommended to you