BlogKirishima-Ausbruch / Schneemalheur

Kirishima-Ausbruch / Schneemalheur

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Freunde der aktuellen Nachrichten aus dem Bereich der Natur kommen in Japan momentan voll auf ihre Kosten. Zum einen wäre da der Ausbruch des 霧島 Kirishima – ein Vulkan bzw. eigentlich ein kleines, bis 1’700 m hohes Bergmassiv auf Südkyūshū, welches sich die Präfektur Kagoshima und Miyajima teilen. In dem Massiv befindet sich der gut 1’400 m hohe 新燃岳 Shin-moe-dake (Neu-Brennen-Berg, ein recht junger Vulkan, der seit 3 Tagen vor sich hin rumort, ungehörige Mengen Asche ausspuckt – und innerhalb der letzten 24 Stunden einen neuen Lavadom mit fast 500 m Durchmesser bildete. Dieser könnte in den nächsten Tagen mit lautem Knall auseinanderfliegen und pyroklastische Ströme zur Folge haben.

Kirishima – von Kagoshima aus aufgenommen

 

Noch herrscht rund um den Berg Eruptionswarnstufe 3 (5 ist die höchste) – das bedeutet, das der Zugang zum Berg begrenzt ist. Ab Stufe 4 wird begonnen zu evakuieren. Eine Webkamera, die auf den Shinmoedake gerichtet ist, gibt es hier.
Ansonsten leidet Japan momentan auch unter dem La Niña-Phänomen: Sicher, man ist seit jeher an ordentliche Schneemengen im Winter entlang der Westküste gewöhnt, doch dieses Jahr brechen zahlreiche Orte sämtliche Rekorde. In einigen Orten rund um Niigata türmt sich der Schnee bis zu 4 m auf, und ein Schnellzug an der Westküste kam bei sehr rasch gefallenen 2.5 m Neuschnee nicht mehr weiter – über 300 Fahrgäste müssen nun schon die zweite Nacht in Folge im Zug übernachten. Das selbe geschah bereits kurz nach Weihnachten vergangenen Jahres, als es auf einer Schnellstrasse bei Aizu-Wakamatsu (Fukushima) weder vor noch zurück ging: Gute zwei Tage standen hunderte Autos und LKWs im Schnee, ohne das jemand zu ihnen vordringen konnte.
In Tokyo hält sich das alles freilich wie immer in Grenzen – gestern fielen vereinzelte Krümel, aber ein richtiger Schneeschauer liess sich noch nicht blicken. Das kann aber noch kommen – wenn Schnee in der Hauptstadt fällt, dann erst im Februar oder Anfang März.

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tabibito
tabibitohttps://japan-almanach.de
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei der Tabibitos Blog empfohlen.

7 Kommentare

  1. Du meintest wohl die Präfektur Miyazaki, nicht Miyajima :-)

    In einem Dorf in der Niigata Region schaufelten sich einige Bewohner regelrecht einen Tunnel durch den Schnee, um vom eigenen Haus raus zur Strasse zu gelangen. Wobei die engen Dorfstrassen auch nur 1.5m breit schneefrei waren, da grössere Maschinen schon gar nicht durchkommen. Jetzt noch ein Vulkanausbruch und der meterhohe schwarze Schnee wird zur nächsten Touristensensation.

  2. Ich dacht ich trau meinen Augen nicht…genau in dieser Kirishima-Vulkankette wollte ich im Mai ein paar Tage wandern gehen…gibt’s irgendwo Infos, ob man das nun vergessen kann !? Tja, is halt ein wenig anders als in den ‘toten’ Alpen ;-) Vielleicht sollte ich mal das vorgesehene Hotel anschreiben…

  3. @tabibito
    Waaas? Du liest nicht Korrektur? Ja sind wir denn bei der BILD hier? Ich bin zutiefst enttäuscht!
    Spass beiseite, um ehrlich zu sein – wer hat noch nie die Bezeichnungen Miyazaki und Miyajima verwechselt? Zusätzlich verwirrend ist dass der Gott der Animes auch so heisst. Ich musste 3x lesen um sicher zu sein, dass es nicht an meiner Müdigkeit liegt.

    @Michael K.
    Das lässt sich vorher leider nie sagen, es hängt davon ab wie sich die Sache weiterentwickelt. Einfach mal weiterverfolgen und Alternativplan bereit halten. Derzeit ist Alarmstufe 3, d.h. nix mit in die Nähe gehen. Stufe 4-5 ist Vorbereitung bzw. Evakuation. Stufe 2 heisst nicht zum Kraterrand gehen. Wenn es 4-6 Wochen vor dem Trip immer noch wild brodelt, kann man es wohl eher vergessen, da werden die Dich eher nicht rauflassen. Es reicht wenn Du da oben rumkraxelst und spontan Gas austritt. Da fällst Du schneller runter als die Kakerlaken wenn der Kammerjäger kommt.

    SEHR detaillierte Infos zu Vulkanen, Taifunen, Erdbeben gibt’s hier:
    http://tenki.jp/volcano/
    Aktuelle Infos sind halt immer auf Japanisch. Die Meteorologische Anstalt (JMA) hat auch Infos, aber aktuelle ebenfalls nur auf Japanisch.

    Livecams rund um die Kirishima Kette:
    http://www.miyazaki-live.jp/sabou/

  4. @ディーン
    …danke für die Hinweise…schau mer halt mal, wie es sich entwickelt.

    Ich denke auf Kyushu wäre dann noch das Gebiet um Mount Aso eine Alternative, wenn man so wie ich auf Vulkane steht, oder noch ne andere Idee ?

  5. @Michael K.
    Vulkanmässig hätte ich Kurilen gesagt, wo könnte Vulkaninselhüpfen spannender sein? Andererseits ist sowas nicht jedermanns Tour und Visum braucht’s dann auch. Auf Kyushu ist die Aso Caldera fast ein Muss. Meine Wahl wäre hingegen Sakurajima, da hat’s nen nicht minder harmlosen Vulkan und Onsen gibt’s natürlich auch. Da kannst Du erst Kagoshima City einen kulturellen Besuch abstatten und dann mit der Fähre zur Insel übersetzen, die nun keine mehr ist. Lavaströme haben südöstlich eine Verbindung zum Festland geschaffen, einen Schrein begraben (der oberste Teil des Schreintors guckt noch raus) und grossflächig Lavafelder mit bizarren Strukturen geschaffen. Per Auto lässt sich da durchfahren und sollte wieder mal Lava Richtung Stadt ausfliessen, soll sie in eigens dafür erbauten leeren “Flussbetten” abfliessen um Schaden abzuwenden. Spätestens im Vulkan Observatorium auf halbem Weg zur Spitze kommst Du bestimmt auf deine Kosten. Na wie ist das?

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