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Großbrand in Ōita zerstört mehr als 170 Häuser in Wohngebiet

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Seit jeher fürchtet man sich in Japan vor vier Dingen – 地震、火事、雷、親父 (Erdbeben, Feuersbrünste, Gewitter und Väter) – und zwar in der Reihenfolge. Und das durchaus zurecht, wobei japanische Väter heute weit weniger zu fürchten sind. Die große Angst vor Feuersbrünsten gab es schon immer, und Feuer werden in Japan zurecht weit mehr gefürchtet als zum Beispiel in Europa, was darin begründet liegt, dass traditionelle japanische Wohnviertel sehr dicht und in der Regel aus Holz gebaut werden. Beginnt dort mitten im Viertel ein Haus zu brennen, ist ein Übergreifen der Flammen nur schwer zu verhindern.

Einen solchen Großbrand gab es am Dienstag, dem 18. November, als im Stadtviertel Saganoseki in Ōita auf Kyushu ein Feuer ausbrach. Der erste Notruf ging kurz vor 18 Uhr bei der Feuerwehr ein, doch Winde mit mehr als 40 Stundenkilometern sorgten in dem eng gebauten Viertel für eine blitzschnelle Ausbreitung der Flammen – bald standen insgesamt 5 Hektar dicht bebauten Wohnviertels in Flammen – die Funken sprangen sogar auf die unbewohnte Insel Tsutashima rund 1,5 Kilometer von dem Viertel entfernt über.

Satellitenaufnahme von Saganoseki vor dem Feuer (Quelle: Google Earth)
Satellitenaufnahme von Saganoseki vor dem Feuer (Quelle: Google Earth)
Die Funken sprangen bis auf eine nahegelegene Insel über (Quelle: Google Maps)
Die Funken sprangen bis auf eine nahegelegene Insel über (Quelle: Google Maps)

Trotz massiven Einsatzes dutzender Feuerwehren entschied man sich gegen Mitternacht, Hilfe bei den Selbstverteidigungsstreitkräften anzufordern.

Dank der günstigen Uhrzeit – gegen 18 Uhr sind schliesslich die meisten Menschen wach – und einer zügigen Evakuierung von rund 125 Haushalten hielten sich die Personenschäden verhältnismäßig in Grenzen – nach jetzigem Stand hat es lediglich ein älterer Mann nicht rechtzeitig geschafft.

Den letzten Großbrand ähnlich großen Ausmasses gab es 2016 in der Stadt Itoigawa in der Präfektur Niigata. Betrachtet man solche alten Wohnvierte aus der Nähe, wundert man sich schnell, dass es nicht öfter zu solch verheerenden Brandkatastrophen kommt, denn die Mischung aus Holzhäusern, viele davon arbeiten noch mit Propangas, und sehr engen Abständen zwischen den Häusern ist noch immer weit verbreitet und wird so schnell nicht aus den Städten und Dörfern verschwinden.

Feuersbrunst in Oita am 18. November 2025: Aufnahme von Ōmura Hisashi, Ōita

tabibito
tabibitohttps://japan-almanach.de
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei der Tabibitos Blog empfohlen.

1 Kommentar

  1. Die dichte Bebauung ist in der Tat beunruhigend! Als ich noch in Kamakura gewohnt habe, konnte ich buchstaeblich vom Schlafzimmer aus beim Nachbarn anklopfen, wenn da mal wieder der Flimmerkasten zu laut war… :-o Wenn der mit Zigarette im Mundwinkel eingepennt waere (uebrigens eine haeufige Brandursache!!), haette es uns auch verkokelt… :-o

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