BlogRettet Japan! Schickt Butter!

Rettet Japan! Schickt Butter!

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Es gibt ein paar grundlegende Zutaten, auf die ich nur ungern verzichte: Olivenöl zum Beispiel. Oder Miso. Oder Butter. Pellkartoffeln mit Butter. In Butter gebratene Pilze. Brot mit Butter. Usw. Aber Japan ist momentan kein Paradies für Butterliebhaber: Es gibt plötzlich keine Butter mehr. Nein, Butter ist nicht teurer geworden. Sie ist einfach weg.
Seit ca. drei Wochen sehe ich in jedem Supermarkt das Gleiche: ein „Owabi“ (=Entschuldigungs)-schild im Butterregal. Was ist passiert?
Angeblich fehlt es plötzlich an ausreichend hochwertiger Milch, um Butter herstellen zu können. Und die Butterreserven des Landes sind wohl aufgebraucht. Aha. Nun zählt Butter nicht zu den traditionellen japanischen Lebensmitteln, doch hat man auch hier schon vor langem Butter als interessante Zutat entdeckt. Der Markt ist also da, und es gibt kaum ein Lebensmittelladen der nicht Butter anbietet. Bis jetzt eben.
Verschärft wird das Problem freilich auch durch eine sehr restriktive Importpolitik in Sachen Lebensmittel. Butter aus dem Ausland gibt es nicht (höchstens so etwas wie Trüffelbutter aus Italien oder so). Daher wird sich wohl auch so schnell nichts ändern.
Gar keine Butter? Das stimmt nicht ganz. Ich habe natürlich immer noch die Wahl, in einem der meist sehr teuren Importlebensmittelmärkte einzukaufen. Der nächste ist nur 15 Minuten zu Fuss entfernt. Aber aus irgendeinem Grund scheue ich mich noch davor, ca. 8 Euro für ein Stück Butter auszugeben…
Das Wort des Tages: 1993年米騒動 (sen-kyūhyaku-kyūjū-san nen kome sōdō) – die „Reisunruhen 1993“. Wetterbedingt gab es in jenem Jahr eine Missernte in Japan, und der heimische Reis wurde sehr knapp & teuer: Man musste Reis aus Thailand importieren. Der ist jedoch anders als japanischer Reis, und es gab viel Unmut.

tabibito
tabibitohttps://japan-almanach.de
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei der Tabibitos Blog empfohlen.

3 Kommentare

  1. Sehr schöner Beitrag. Das die Japaner Reis ohne Ende subventionieren, damit er nicht aus dem Ausland importiert werden muss, war mir bekannt, aber Milch? Die Möglichkeiten für Milchwirtschaft werden strukturell wahrscheinlich ohnehin sehr begrenzt sein. Wie sieht es mit Margarine aus?

    PS: Tausche Butter gegen Kobefleisch und sei froh, dass du nicht gerade Weihnachtsplätzchen backen musst ;-)

  2. Margarine gibt es reichlich, aber… da komme ich nicht ran. Zum Backen und manchmal braten, ja, aber ansonsten…

    Butter gegen Kobe-Beef? Das muss dann aber wohl Trüffelbutter mit ganzen Pilzen sein ;-)

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