BlogStagniert Japans Wirtschaft?

Stagniert Japans Wirtschaft?

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Gestern korrigierte die BoJ (日銀 – Nichigin – Bank of Japan) die Wirtschaftsprognose der kommenden Monate von “verlangsamt” auf “stagnierend” (mit leichter Tendenz zum Plus).
Auch der japanischen Wirtschaft machen die steigenden Rohstoffpreise langsam aber sicher zu schaffen. Nach einigen Jahren erstaunlichen, wenn auch nicht übergrossen Aufschwungs bremsten auch hier die Nachrichten über die Kreditkrise in den USA und die immer höher kletternden Rohstoffpreise das Wachstum ganz enorm. Es mehren sich Nachrichten über immer mehr kleine Betriebe, die bankrott gehen. Fischer streiken teilweise sogar, da sie mit den bis über 50% gestiegenen Spritpreisen nicht mithalten können.
Da entdeckt man übrigens bei Klein- und Kleinstbetrieben ein interessantes Phänomen: Viele machen lieber den Laden dicht als die Preise zu erhöhen – das Erhöhen der Preise halten viele für Verrat an den Kunden oder sie glauben nicht daran, dass die Kunden höhere Preise bezahlen würden.
“Preisanstieg” war in der Tat für Jahrzehnte ein Fremdwort in Japan – hier kämpfte man schliesslich nicht mit Inflation, sondern mit Deflation. In jüngster Zeit hört man jedoch das Wort “Preisanstieg” immer häufiger.
Immerhin sieht die BoJ keine wirkliche Talfahrt auf das Land zukommen – man rechnet nicht mit einer Wirtschaftskrise. Aber nach Jahren des Aufschwungs dürften sich die positiven Nachrichten aus der Wirtschaft etwas rarer machen.
Für Japan-Fans ist das jedoch kein Grund zur Sorge, sondern eher zur Freude: Der japanische Yen ist nachwievor ziemlich schwach und macht eine Japan-Reise von daher recht erschwinglich. Verglichen mit früher jedenfalls.
Das Wort des Tages: 停滞 – teitai. Beide Wörter bedeuten stocken, halten – ergo “Stagnation”, “Verzögerung”. Dieses Wort benutzte die BoJ gestern bei der Beschreibung der Wirtschaftslage.

tabibito
tabibitohttps://japan-almanach.de
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei der Tabibitos Blog empfohlen.

4 Kommentare

  1. Ach was, jetzt sollen wir mal wieder dein Japan retten? Indem wir rüberkommen und Geld dortlassen? ;-)

    Aber erst nächstes Jahr … ich bring auch Butter mit ^^

  2. Hmm, Bier hatte ich welches mitgebracht, aber das ist schon ausgetrunken mittlerweile. Haribo kann man ja als Souvenir auch nicht mehr mitbringen, gibt es ja auch überall. Aber Geld lass ich auf jeden Fall genug hier…

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