BlogCorona und kein Ende: Japan verschärft Einreiseregeln

Corona und kein Ende: Japan verschärft Einreiseregeln

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Das Corona-Virus mit Ursprung in Wuhan in China hält noch immer das Land in Atem – es gibt zwar ein paar positive Nachrichten, aber die negativen Nachrichten überwiegen leider.
Die positive Nachricht lautet, das es japanischen Wissenschaftlern gelungen ist, das Virus zu isolieren und dann zu kultivieren. Das ist die Grundvoraussetzung dafür, Schnelltests sowie möglicherweise sogar einen Impfstoff zu entwickeln. Das wird allerdings noch eine ganze Weile dauern. Immerhin haben die Wissenschaftler bei einem Abgleich mit den von der chinesischen Regierung bereitgestellten genetischen Daten festgestellt, dass keine Mutation vorzuliegen scheint, die das Virus aggressiver oder toxischer werden lässt.
In Japan gibt es bisher 20 bestätigte Fälle – doch die Regierung ist unter Zugzwang, alles dafür zu tun, dass es nicht schnell mehr werden. So liess man letztendlich von der Idee ab, dass Japaner, die aus der betroffenen Provinz in China nach Japan zurückgebracht wurden, sich zu Hause erholen können. Die Heimkehrer werden nun, nach viel Kritik am ursprünglichen Plan, unter Quarantäne gestellt – genau wie in Deutschland, Australien usw.
Um die Verbreitung weiter einzudämmen, wurde nun auch beschlossen, Ausländern die Einreise zu verweigern, wenn sie sich in den letzten Wochen vor der Einreise in der chinesischen Provinz Hubei aufhielten oder anderweitig im Verdacht stehen, das Virus in sich zu tragen. Angespannt ist dabei zum Beispiel die Lage auf einem Kreuzfahrtschiff in der Bucht von Tokyo. Die rund 3000 Passagiere wurden erst in Naha auf Okinawa gecheckt, doch zwei oder drei Passagiere aus der Region um Hongkong klagten heute über Unwohlsein, weshalb das komplette Schiff nun unter Quarantäne gestellt wurde. Niemand darf, wie ursprünglich geplant, heute in Yokohama an Land gehen.
Gesichtsmasken sind in Japan seit Tagen komplett ausverkauft, und das kommt zu einer Unzeit, denn bald beginnt die Heufiebersaison – ausserdem ist auch die Grippewelle noch nicht beendet. Doch die gesundheitliche Seite ist nur eine Sache – man macht sich zunehmend Sorgen um die wirtschaftlichen Folgen. Viele Zulieferer in China haben die Arbeit eingestellt, der Tourismus bricht ein und die Aktienmärkte fallen. Ausserdem kursieren erste Gerüchte, dass die Olympischen Spiele möglicherweise verlegt werden. Das wird zwar noch vehement dementiert, aber wenn sich das Virus weiterhin so rasant ausbreitet, wird man auch darüber ernsthaft nachdenken müssen.

tabibito
tabibitohttps://japan-almanach.de
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei der Tabibitos Blog empfohlen.

1 Kommentar

  1. Ich bin mal gespannt wie das alles noch weitergeht.
    Ich hab noch viele Masken aus meiner Zeit in Japan hier rumliegen. Vielleicht sollte ich die jetzt verkaufen und ein Vermögen machen? ;P
    Der erste Fall war ja ganz in unserer Nähe hier in Deutschland. Nicht nur das, die Frau eines Arbeitskollegen arbeitet in der Firma, wo der erste Fall aufgetreten ist und besagter Arbeitskollege war prompt die komplette letzte Woche krank. Da ging aber mal die Gerüchteküche los. ;P

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