| Region | 中国 Chūgoku | |
|---|---|---|
| Präfektur | 広島県 Hiroshima | |
| Rang | ||
| Name | Der Name setzt sich aus den Schriftzeichen 宮 (GU, GŪ, miya) für “Palast, Schrein” und 島 (TŌ, shima) für “Insel”. Unter diesem Namen ist die Insel weitläufig bekannt, und so heissen auch die Bahnhöfe und Fähranlegestellen, doch die Insel selbst heißt eigentlich 厳島 – das bedeutet “strenge Insel”. Denn die Insel war strikt den Göttern gewidmet – auf der Insel waren weder Geburten noch Grabstätten erlaubt. | |
| Lage | Die Insel liegt knapp 20 km südwestlich von Hiroshima in der Bucht von Hiroshima, auf halbem Wege nach Iwakuni in der Nachbarpräfektur Yamaguchi. Die Insel gehört zur Stadt 廿日市 (zu Deutsch: Stadt, an der an jedem 20. ein Markt stattfindet). Die Insel liegt nur einen halben Kilometer vom Festland entfernt in der Seto-Binnensee, dem Meer zwischen Honshu und Shikoku. | |
Miyajima – Beschreibung
In der Setonaikai 瀬戸内海 (Seto-Binnenmeer) zwischen Shikoku und der San’yō-Küste (Südküste von Westhonshū) gibt es insgesamt über 1’000 Inseln – von gross und gut besiedelt bis winzig klein. Das Seto-Binnenmeer ist insgesamt 440 km lang und ca. 55 km breit. Ein großer Teil davon wurde 1934 zum Nationalpark erklärt – und zwar zusammen mit einem weiteren Nationalpark zum ersten Nationalpark Japans.
Eine der größeren Inseln ist Itsukushima – sie ist 30,2 km² gross. Auf der Insel lebten einst gut 3’000 Menschen in einigen kleineren Siedlungen, doch bis 2025 sank die Zahl auf circa 1400 Einwohner – die Insel hat stark mit dem Bevölkerungsschwund zu kämpfen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Besucher von außerhalb immer weiter an – besuchten im Jahr 2000 noch weniger als 2,5 Millionen Menschen die Insel, waren es 2024 schon knapp 5 Millionen – darunter 650’000 ausländische Besucher.
Itsukushima ist fast genau 10 Kilometer lang und im Schnitt 3 Kilometer breit. Der Großteil der Einwohner lebt entlang der Nordostspitze der Insel – und hier befinden sich auch all die Sehenswürdigkeiten. Die Südwesthälfte ist im Prinzip unbewohnt – hier gibt es auch keinerlei Straßen, sondern nur viel Grün und hier und da einen kleinen Strand. Im Inneren der Insel geht es bergig zu – der größte Gipfel ist immerhin 535 Meter hoch.
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Schon lange war die Insel heilig und beheimatete den Itsukushima-Schrein, welcher der Insel auch den Namen verlieh.
Der Itsukushima-jinja (jinja = Schrein) stammt aus dem 6. Jhd., die meisten heute sichtbaren Gebäude sind jedoch aus dem 12. Jhd. Einst war die Insel nur Priestern vorbehalten. Besucher des Schreines durften sich der Anlage dementsprechend nur vom Wasser her nähern – durch den ca. 16 m hohen 鳥居 (shintōistisches Schreintor, markiert den Eingang zum heiligen Bereich – mehr dazu siehe unter Shintoismus). Der orangefarbene Torii, das blaue Wasser, dazu der dicht bewaldete 弥山, der mit 530 Metern höchste Berg der Insel – dies alles harmoniert auf eine so beeindruckende Art und Weise, dass man diese Ansicht als eine der 三景 (die drei schönsten Landschaften Japans) bezeichnet. Die anderen beiden sankei sind die Himmelsbrücke Amanohashidate und die Inselwelt von Matsushima.
Der in der heutigen Form im Jahr 1875 erbaute Torii steht allerdings nur während der Flut im Wasser. Das gleiche gilt für die Schwimmende Nō-Bühne 能舞台 hinter dem Torii. Nahe des Schreins gibt es auch eine Schatzhalle 宝蔵.
Wo ein Schrein ist, ist auch ein Tempel oft nicht weit. Auf Miyajima gibt es etliche Tempel, die ältesten davon stammen aus dem 9. Jhd. Es gibt auch eine schöne, fünfstöckige Pagode (Gojūtō 五重塔) aus dem Jahr 1407 sowie daneben die Senjō-kaku 千畳閣, die grosse “Halle der tausend Matten” (gemeint sind die Tatami 畳 – Reisstrohmatten) von 1587.
Wie auch in Nara gibt es auf Miyajima unzählige Rehe, die gar nicht scheu sind und frank und frei durch die Strassen, den Schrein und den Torii usw. laufen. Auch hier sollte man die übliche Vorsicht walten lassen, sonst ist man schnell alles los, was man in der Hand hält. Eintritt in den Schrein kostet 300 ¥.
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Zu den Sehenswürdigkeiten des Itsukushima-Schreins gehört auch eine “schwimmende” Noh-Bühne. Bei Flut befindet sich ein großer Bereich des Schreins im Wasser – allerdings muss man ein bisschen Glück haben: Der Tidenhub liegt im Schnitt bei rund 3 Metern – ab 1 Meter Höhe steht der Torii unter Wasser, ab 2,5 m Höhe befinden sich weite Teile des Schreins im Wasser. Das bedeutet, dass der Schrein an durchschnittlichen Tagen nur zwei Mal für einige Stunden von Wasser umgeben ist. Da der Tidenhub je nach Jahreszeit und Mondstand variiert, gibt es Monate, in denen der Torii fast immer im Wasser steht – in anderen Monaten wiederum steht der Schrein so gut wie nie im Wasser.
Viele Besucher fahren nach Miyajima, um dort ein Foto vom im Wasser stehenden Schrein zu machen – und sind dann ganz enttäuscht, wenn der Torbogen aus dem Watt ragt und rundherum dutzende Menschen flanieren. Hier lohnt sich vor dem Ausflug zur Insel ein Blick auf den Gezeitenstand, zum Beispiel auf www.miyajima.or.jp/sio/sio12.php#calendar.
Mitte April findet im Schrein das 桃花祭 fest – das “Pfirsichblütenfest”. Zu dieser Gelegenheit finden auch Noh-Aufführungen auf der Noh-Bühne statt. Diese klassische japanische Theaterform ist allerdings für Menschen auf der Suche nach Kurzweil: Die Bewegungen und Masken beim Noh sind extrem abstrakt, spannungsreiche Momente gibt es nicht. Um Freude am Noh-Theater zu haben, muss man sich vorher ernsthaft damit auseinandersetzen, um auch nur ansatzweise zu verstehen, was auf der Bühne vor sich geht.
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Knapp 1500 Meter vom Fährterminal entfernt – es geht die ganze Zeit bergauf, weshalb man zu Fuß mindestens 20 Minuten einplanen sollte, befindet sich eine Seilbahnstation. Die Miyajima Ropeway. Von 9 Uhr bis 16 (letzte Rückfahrt: 16:30) fährt man erst mit einer 8-Personen-Gondel rund 10 Minuten nach oben, dann steigt man in eine 30-Personen-Gondel um, die von der Zwischenstation 榧谷 weitere 4 Minuten bis zum Shishi-Iwa, dem “Löwenfelsen”, fährt. Die Hin- und Rückfahrt kostet 2000 Yen, und der Ausflug lohnt sich.
Shishi-Iwa, die Endstation befindet sich bereits auf einer Höhe von 433 Metern – bereits von hier hat man einen wunderbaren Ausblick auf das Meer und die zahlreichen Inseln rund um Itsukushima. Wer genügend Zeit und etwas festes Schuhwerk dabei hat, kann vom Shishi-Iwa bis zum Hauptgipfel des 535 m hohen Berges Misen laufen – unterwegs gibt es ein paar alte Tempel zu sehen, denn die Insel war beziehungsweise ist den Buddhisten ebenfalls sehr wichtig.
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Anreise
Am billigsten ist es, mit der Strassenbahn (!) von Hiroshima nach Hiroden Miyajima 広電宮島線 zu fahren. Kostet nur 250 ¥, dauert aber fast eine volle Stunde. Schneller geht es mit dem Zug, ebenfalls bis Hiroden Miyajima. Dauert 25 Minuten und kostet 390 ¥, ist aber kostenlos für Railpass-Besitzer. Vom Bahnhof ist es nicht weit zur gut ausgeschilderten Fähranlegestelle. Es operieren zwei Fähren – eine private (500 ¥ für die Hin- und Rückfahrt) und eine für Railpass-Besitzer kostenlose JR-Fähre. Die Überfahrt dauert gerade mal 10 Minuten.
Es fahren auch Schnellboote direkt vom Hafen Hiroshima (Ujina-kō 宇品港). Die brauchen gut 20 Minuten, kosten aber hin und zurück saftige 4,400 ¥.
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Übernachtung
Es gibt Ryokan und Hotels auf Miyajima. Einfacher ist es aber, in Hiroshima zu übernachten (siehe Übernachtung Hiroshima). Zu allgemeinen Übernachtungstipps siehe Übernachtungstipps Japan.









