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Nur noch gut 10 Tage bis zum Expo-Ende: Schwarze Zahlen, Chaos und ein neuer Trend

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Es sind nur noch gute 10 Tage – dann ist das Volksfest namens EXPO 2025 zu Ende. Und wie erwartet, scheint es in den letzten Tagen hoch her zu gehen. Zählte man in den ersten Wochen seit dem Start in April an vielen Tagen weniger als 100’000 Besucher, so waren es jetzt 20 Tage in Folge mehr als 200’000 Besucher an einem Tag. Damit stößt das Expo-Gelände auch an seine Grenzen, denn wesentlich mehr als 200’000 Besucher kann die Veranstaltung nicht verkraften – schon bei rund 150’000 Besuchern ist es ziemlich voll und für die Besucher anstrengend, denn überall heißt es: Beine in den Bauch stehen.

Für die Veranstalter sind das freilich gute Nachrichten: Man setzte die Grenze zwischen Gewinn und Verlust bei insgesamt 22 Millionen Besuchern im gesamten halben Jahr an – diese Grenze hat man nun am 27. September überschritten, und da man bis zum Ende mit mehr als 200’000 Besuchern pro Tag rechnet, werden es wohl insgesamt um die 25 Millionen Besucher werden.

Der große Ansturm zum Ende der EXPO ist nicht unerwartet – das gleiche geschah bereits bei der letzten Expo in Aichi, so dass jene sogar verlängert wurde. Das könnte aber bei der Expo in Osaka problematisch werden. Für einige Besucher endet die Veranstaltung jedoch mit einer Enttäuschung: Bei zu vielen Besuchern tritt ein 入場nyūjō制限seigen in Kraft – man kommt ab einem gewissen Punkt einfach nicht mehr rein. Und damit nicht genug: Der Betreiber hat bereits angekündigt, dass man nicht daran denkt, Eintrittskarten (die nicht an einen Tag gebunden sind) zurückzuerstatten. Das bedeutet, dass viele Besucher trotz gültiger Eintrittskarte nicht reinkommen – und nicht entschädigt werden.

Vielen Unkenrufen vor der Expo zum Trotz – natürlich wurde die EXPO ein großer Erfolg, denn letztendlich siegt die Neugier und der Spaß vieler Japaner an solchen großen Veranstaltungen (man könnte auch Themapark sagen). Und bei der Expo zeichnete sich ein neuer Trend ab: Vor allem die Pavillons zentralasiatischer und arabischer Staaten waren extrem beliebt und weckten so das Interesse vieler Japaner in die Region. Das könnte verschiedene Gründe haben. Ein wichtiger Grund ist sicher die Abkehr von der USA (aus politischen- und Kostengründen, denn für Japaner ist die USA zur Zeit ein sehr teures Reiseland) und von China (wieder vermehrte Ressentiments und Hassverbrechen gegenüber Japanern, unter anderem geschürt durch den chinesischen Film “731”, aber dazu sicher mehr an anderer Stelle). Ein anderer Grund ist auch der, dass sich einige zentralasiatische und arabische Staaten bei der EXPO sehr ins Zeug gelegt haben und ordentlich die Werbetrommel gerührt haben. Warum auch nicht. Vielleicht weckt das ja wieder die in letzter Zeit bei den Japanern etwas eingeschlafene Reiselust.

Saudi-arabischer Pavillon auf der EXPO in Osaka 2025
Saudi-arabischer Pavillon auf der EXPO in Osaka 2025
tabibito
tabibitohttps://japan-almanach.de
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei der Tabibitos Blog empfohlen.

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