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Japan verschärft erneut Einreiseregelungen und stellt Sünder an den Pranger

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Es kam, wie es kommen musste: Japan macht immer mehr die Schotten dicht, so dass kaum noch jemand ins Land kann. Vorerst zumindest, denn die heute erlassenen, neuen Regeln gelten vorerst bis zum planmässigen Ende des Ausnahmezustandes, und das wäre der 7. Februar. Eine Verlängerung des Ausnahmezustandes ist allerdings sehr wahrscheinlich.

Von den verschärften Regeln sind nun auch Geschäftsreisende sowie alle irgendwie an den Olympischen Spielen Beteiligte betroffen. Gegen Ende des Jahres 2020 wurden immer mehr Ausnahmen zugelassen. Von Juni bis Mitte Januar konnten so insgesamt rund 130,000 Ausländer in Japan einreisen – darunter, in einem kurzen Zeitfenster von November bis Anfang Dezember sogar Working Holiday-Visa-Inhaber, doch damit ist vorerst Schluss.

Man hat begründetermaßen Angst vor den immer zahlreicher werdenen Mutationen. So entdeckte man bei drei aus Brasilien eingereisten Ausländern am vergangenen Wochenende eine neue Mutation, die sich von der südafrikanischen und anderen Mutationen entscheidet. Starke Zitate machen die Runde – so sagte ein Arzt der Presse, dass es nicht mehr darum geht, den Zusammenbruch des Gesundheitssystems zu verhindern – dazu sei es zu spät – sondern die “Vernichtung des Gesundheitssystems” aufzuhalten. Das klingt etwas reißerisch. Fakt ist, dass die Zahlen in Tokyo rückläufig sind. Das möchte man zumindest meinen, wenn man nur auf die Zahlen der Neuinfektionen schaut. Doch die Tatsache, dass die Zahl der Tests rückläufig ist – und der Anteil der positiven Testergebnisse auf fast 50% angestiegen ist, verheisst nichts Gutes: Die Zahlen sind nur rückläufig, weil viel weniger und nur im Notfall getestet wird.

Damit deutet sich auch in Japan an, was auch anderswo schon traurigerweise offensichtlich ist: Das zweite Coronajahr wird härter als das erste.

Wer übrigens in Japan einreiste oder ab jetzt einreist (da zum Beispiel ein Wohnsitz in Japan vorhanden ist), verpflichtet sich zu zwei Wochen Eigenquarantäne, währenddessen man zum Beispiel keine ÖPNV benutzen darf. Das wurde allerdings bisher nur sehr lax gehandhabt – es gab keine wirklichen Kontrollen. Nun wurde beschlossen, dass man die Namen derer, die man bei einem Verstoß gegen die Quarantäne erwischt hat, veröffentlichen will. Wozu das nun gut sein soll, weiss wahrscheinlich niemand so richtig.

tabibito
tabibitohttps://japan-almanach.de
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei der Tabibitos Blog empfohlen.

2 Kommentare

  1. Ja, das zweite Coronajahr ist wirklich anstrengend und schwierig. Es bedroht viele Existenzen und macht allen das Leben wirklich schwer. Die neuen Mutationen sorgen einen sehr. In Europa führt der Weg momentan nur durch Impfungen aus der Krise. Bis dahin werden wir in einem mehr oder minder großen oder kleinen Lockdown leben. Man versucht einfach, möglichst weitere wirtschaftliche Schäden so gering wie möglich zu halten und dabei die Infektionen zu drücken oder zumindest zu stabilisieren. Nachhaltig ist das allerdings alles nicht.
    Wie ist das in Japan, wie weit ist man dort mit Impfungen? Auch im Hinblick auf die olympischen Spiele?

    • Der jetzige Stand der Dinge ist, dass der erste Impfstoff frühestens Ende Februar zugelassen wird. Es wird also in Japan noch eine ganze Weile dauern. Andererseits gibt es auch Gerüchte, dass sich Krankenhausmitarbeiter demnächst impfen lassen können, wenn sie denn wollen

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