Mitten in der Präfektur Niigata, am Ufer des Japanischen Meeres, steht das größte Atomkraftwerke der Erde: Das Kashiwazaki-Kariwa-AKW hat sieben Reaktoren, rund 6000 Angestellte und eine Netto-Gesamtleistung von knapp 8 Gigawatt. Es ist eine gewaltige Anlage und die erste, die mit fortgeschrittenen Siedewasserreaktoren ausgerüstet wurde. Mit dieser riesigen Leistung war der Meiler ab 1985 ein wichtiger Baustein des Energieerzeugungsnetzes von TEPCO – doch spätestens beim schweren Erdbeben 2007, das Epizentrum des Bebens der Stärke 6,6 lag keine 20 Kilometer vom AKW entfernt, zeigte sich, dass die Lage nicht ganz ungefährlich ist.
Nach der Nuklearkatastrophe in Fukushima infolge des schweren Tohoku-Erdbebens nebst Tsunami fuhr Japan alle Atommeiler herunter, um diese grundlegend zu überprüfen. Dabei fand man heraus, dass nicht nur in der näheren Umgebung von Kashiwazaki-Kariwa Verwerfungen zu finden sind, sondern auch direkt unterhalb der gut 4 Quadratkilometer großen Anlage. Aber egal: Im Dezember 2025 befand die Präfekturversammlung von Niigata, dass es wieder an der Zeit sei, das AKW in Betrieb zu nehmen. Es gab durchaus Proteste dagegen, aber sie waren nicht sehr laut und fanden vornehmlich im Gerichtssaal statt, doch die Gerichte entschieden, dass alles seine Richtigkeit hat. Und so fuhr man am 21. Januar Reaktor Nummer 6 wieder hoch – nur, um ihn Stunden später wieder abzuschalten, denn ein Alarm ging los, nachdem der Kontrollstab herausgezogen wurde. Nun wird nach der Ursache gefahndet.
In besagtem AKW gab es bereits in der Vergangenheit – und auch ohne Erdbeben – diverse Probleme. Dabei trat gelegentlich auch radioaktives Material aus. Ausserdem fand man in den 2000ern heraus, dass TEPCO Inspektionsprotokolle und dergleichen gefälscht hatte.
In dem Sinne – was kann schon schiefgehen? Das Riesen-Atomkraftwerk liegt rund 220 Kilometer Luftlinie von Tokyo entfernt und hat damit vor allem im Winter das Potential, eine riesige Fläche zu kontaminieren. Aber laut TEPCO kann ja so etwas nicht passieren. Nie und nimmer.
