GeschichteBurg von Matsuyama - eine von 12 Originalen

Burg von Matsuyama – eine von 12 Originalen

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Matsuyama ist die Provinzhauptstadt der Präfektur Ehime auf Shikoku – der kleinsten der vier Hauptinseln Japans. Wer von Tokyo anreist, braucht erst knappe vier Stunden mit dem Shinkansen nach Okayama, und schliesslich über zweieinhalb Stunden mit dem Shiokaze-Express しおかぜ nach Matsuyama. Wer allerdings in Hiroshima weilt, kann mit einer Fähre bequem übersetzen – das dauert, je nachdem, wieviel man bezahlen möchte, zwischen einer und drei Stunden. Matsuyama liegt damit ziemlich abseits der üblichen Touristenpfade, doch wer die Reise auf sich nimmt, wird mit einr sehr schönen Burg und einer genauso schönen Aussicht belohnt. Matsuyama-jō (Burg von Matsuyama) zählt zu einem der schönsten erhalten gebliebenen Schlösser Japans.

Donjon des Matsuyama-jō, der Burg von Matsuyama
Donjon des Matsuyama-jō, der Burg von Matsuyama

Das Schloss taucht in den Annalen auch unter den Namen Kachiyama-jō 勝山城 und Kinki-jō 金亀城 auf (=Burg der goldenen Schildkröte) auf. Es befindet sich auf dem Shirayama (Yama = Berg), ein beachtlicher Hügel, der sich quasi mitten im Stadtzentrum erhebt, weshalb man vom Schloss aus einen genialen Ausblick hat – man kann die ganze Stadt, viele Berge und gar bis Honshū sehen.

Die Geschichte der Burg von Matsuyama war nicht immer vom Glück beseelt: Erbaut wurde es ab 1602 von Katō Yoshiaki 加藤嘉明 – mit einem fünftstöckigen Donjon. Der brannte bald ab und wurde ab 1635 von Matsudaira Sadayuki 松平定行 durch einen dreistöckigen Donjon ersetzt.

Innerhalb der Burganlage von Matsuyama
Innerhalb der Burganlage von Matsuyama

Gleichzeitig wurde die Anlage allerdings erweitert. 1784 – in Friedenszeiten also – wurde das Schloss vom Blitz getroffen und brannte erneut ab. Erst 1820 beschloss man, das Schloss wiederaufzubauen – bis zur Umsetzung dauerte es jedoch 34 Jahre. Was ziemlich erstaunlich ist, denn der allgemeine Trend um 1854, also zur Beginn der Meiji-Zeit, war eher die Zerstörung von Schlössern als deren Wiederaufbau!

Zwischen 1968 und 1986 wurde das Schloss generalüberholt. Original sind der Donjon, die Yagura und die Tore. Im Donjon sind ein kleines Stadtmuseum und der Familienschatz der Matsudaira untergebracht. Eintritt kostet 350 ¥. Der Aufstieg zum Schloss vom Stadtzentrum aus braucht allerdings seine Zeit und ist ziemlich steil. Wer also zu faul ist oder zu wenig Zeit hat, kann mit der Strassenbahn bis Ichiban-chō 一番町 fahren, von dort zur Seilbahnstation laufen und für 1’000 ¥ ein Ticket lösen – das beinhaltet Hin- und Rückfahrt mit Seilbahn oder Sessellift (fahren parallel) und das Eintrittsgeld für den Donjon.

Tipp am Rande – wer eine günstige Übernachtung sucht, gehe zum neu eröffneten „Matsuyama Downtown Youth Hostel“ – praktischerweise gleich gegenüber der Seilbahnstation. Geniale Einrichtung, Café und viele Bücher und Infos – für 3’200 ¥ pro Nacht (Nichtmitglieder zahlen etwas mehr).

tabibito
tabibitohttps://japan-almanach.de
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei der Tabibitos Blog empfohlen.

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