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Neuer Nissan Juke-R mit 600 PS — braucht man den wirklich in Japan?

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Jüngst hat der Autobauer Nissan den jüngsten Spross der weltweit bekannten GT-R-Reihe präsentiert: Ein kompakter, gerade mal 4.1 m langer Zweitürer und somit von den Maßen her ein relativ kleines Auto, doch davon sollte man sich nicht täuschen lassen, denn das „JUKE-R“ genannte Modell ist quasi ein „Sleeper“ — man hat hier einfach die Kraft eines GT-R in die Chassis eines Juke verbaut, und dem sieht man die 600 PS unter der Haube einfach nicht an. Es gab schon mal ein Vorgängermodell des Juke-R, doch Nissan hat noch mal eine Schippe draufgelegt.

So weit, so gut — doch was man damit in Japan will, bleibt mir ein Rätsel, denn die meisten Autobahnen erlauben nur 100 Stundenkilometer, mit Ausnahme einer Versuchsstrecke, die 130 zulässt — diese befindet sich zwischen Tokyo und Nagoya, an der Shin-Tomei-Autobahn. Doch trotz der Beschränkungen finden auch in Japan diese und andere schnelle Fahrzeuge durchaus ihre Abnehmer, und das ist im Stadtzentrum von Tokyo zum Beispiel nicht zu überhören, wenn die Maserati, Lamborghini, Ferrari und Co zwischen zwei Ampeln mal kurz auf 100 Stundenkilometer beschleunigen. Andererseits — in Japan gibt es nur sehr, sehr wenige Radarfallen, und vor allem auf den Autobahnen in der Provinz ist man nicht selten allein, weshalb sich da schon mal schnell ein Auto ausfahren lässt.

Letztendlich sind es aber nicht diese schnellen Autos, die Sorge bereiten — gerade in den Städten ist es eher die immer weiter wachsende Zahl von SUV, die die engen Straßen verstopfen und nicht selten den benachbarten Parkplatz unbrauchbar machen. Da nehmen die sportlichen Autos wenigstens nicht so viel Platz weg.

Das neue Modell soll übrigens geschlagene 50 Millionen Yen kosten – also fast 300’000 Euro. In Europa und in den USA wird das Auto wohl wesentlich teurer werden — da ist von rund 500’000 Euro die Rede. Für einen kleinen Nissan…

tabibito
tabibitohttps://japan-almanach.de
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei der Tabibitos Blog empfohlen.

2 Kommentare

  1. Gefuehlt hat uebrigens Kamakura, wo ich drei Jahre als Einwohner durch die engen Gassen kurven musste, die groesste Dichte an Mini-Cooper-Fahrzeugen, obwohl gerade dort viele Leute mit sehr viel Barem auf der hohen Kante und unter den Tatami wohnen… Relativ witzig war, wie seinerzeit eine aeltere Dame mit ihrem zu gross geratenen Mercedes-Bonz in der Einfahrt zur Tiefgarage des Seiyu am Bahnhof Ofuna steckengeblieben ist, weil sie nicht um die Kurve kam…

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