Ramen - Navigator: der ultimative Ramen-Guide für Tokyo und UmgebungTeuchi Mensai Kamei (手打麺祭 かめ囲) in Chōfu, Tokyo

Teuchi Mensai Kamei (手打麺祭 かめ囲) in Chōfu, Tokyo

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Geschmack: Soyasauce (醤油), Salz (塩)
Sorten: Ramen (ラーメン), Mazesoba / Aburasoba (まぜそば・油そば)
Preislage: 1100 - 1550 Yen
Adresse Japanisch: 〒182-0007 東京都調布市菊野台1丁目55-1
Adresse: 1-55-1 Kikunodai, Chofu, Tokyo 182-0007

Rund 5 Minuten Fußweg vom Shibasaki-Bahnhof entfernt und damit ein bisschen abseits des Zentrums von Tokyo befindet sich das im Sommer 2022 eröffnete, kleine Ramenrestaurant Kamei – direkt an einer sehr belebten Straße. Das Innere ist geräumig, die Küche ist dabei so groß wie der Gastraum, und im ganzen Restaurant finden nur 10 Gäste Platz — alle sitzen am Tresen. Mit einer langen Schlange muss man rechnen, denn das Kamei ist ziemlich bekannt und schaffte es nur ein Jahr nach der Eröffnung auf die Titelseite der Zeitschrift Ramen Walker Tokyo.

Betrieben wird das Restaurant von einem sehr jungen Ehepaar — und den beiden kann man bereits von außen beim Arbeiten zusehen, denn der Mann produziert tatsächlich die Nudeln vor Ort (der Teig wird natürlich im Voraus gemacht, aber ausgerollt und geschnitten werden die Nudeln direkt vor Ort. Das besondere an den Nudeln hier — es handelt sich um chōtakasuimen — Nudeln mit einem sehr hohen Wassergehalt. Bei normalen Ramen-Nudeln kommen auf 100 Teile Mehl 30 bis 35 Teile Wasser. Bei den seit den 2020ern immer beliebter werden „überwässerten“ Nudeln liegt der Wasseranteil bei über 50, und im Falle von Kamei sind es gar 58%, wofür man eine besondere Mehlmischung braucht.

Das Ergebnis sind relativ dicke Nudeln mit angenehmen Biss und einem deutliche Eigengeschmack. Diese Nudeln werden hier mit einer Suppe entweder auf Salz- oder auf Soyasaucenbasis gereicht, aber es gibt auch Aburasoba. Entscheidet man sich für tokusei, also die Variante mit voller Ausstattung, bezahlt man mit 1’550 yen außergewöhnlich viel für die Schale Ramen, doch der Preis ist mehr als gerechtfertigt, denn mit der Schale Nudeln erhält man

• sehr dunklen, kräftigen, fermentierten Bambus („menma“)
• ein großes Wantan mit Matcha-Teig und einer Füllung mit Entenfleisch
• ein Solei („ajitama“) – mit eigens eingebranntem Logo
• drei Schreiben dünnen, leicht angegrillten Fleischs
• etwas Lauch

Auf den Tischen steht – das ist relativ selten – keinerlei Gewürz oder Essig. Das bedeutet, dass der Koch genügend Vertrauen in sein Gericht hat – man soll nicht „daran rumschrauben“.

Beide Suppen sind absolut vollmundig, die Beilagen sind ausnahmslos hervorragend – und die Nudeln passen wunderbar zum Gericht. Vorausgesetzt, man mag dickere, kräftige Nudeln. Die Suppe auf Soyasaucen-Basis fand ich einen Tick besser, denn das chiiyu, das Hühnerfett, trat bei der Salzbasisvariante etwas zu stark in den Vordergrund. Die Soyasaucenvariante jedoch war sehr, sehr nah dran an der perfekten Schale Ramen.

Das Ehepaar Kamei hat hier trotz des jungen Alters etwas ganz hervorragendes auf die Beine gestellt — schon das Zusehen, wie das Gericht entsteht, macht Spass. Hier haben sich zwei gefunden, die Ramen lieben und zur Perfektion treiben.

Bewertung

Suppe 98Punkte
Nudeln 99Punkte
Beilage 99Punkte
Gesamt 99Punkte
tabibito
tabibitohttps://japan-almanach.de
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei der Tabibitos Blog empfohlen.

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