GeschichteBurg von Nagoya - mit goldenen Giebelkarpfen

Burg von Nagoya – mit goldenen Giebelkarpfen

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Nagoya und Umgebung bilden Japans drittgrösstes Ballungsgebiet – nach Tōkyō und Ōsaka – und die Burg von Nagoya kann man als Wahrzeichen der Region bezeichnen. Die Stadt selbst war schon immer relativ bedeutend, auch wenn es stets im Schatten anderer Städte lag, und wurde deshalb naturgemäss mit einem grossen Schloss ausgestattet – dem Nagoya-jō im Zentrum der Stadt.

Nach der Errichtung des Bakufu 幕府, der Shōgunatsregierung in Edo (siehe Edo-Zeit), wurde Nagoya zu einem Zentrum ausgebaut und ab 1609 das Schloss errichtet. Den Bau veranlasste Tokugawa Ieyasu 徳川家康 – gedacht war es für seinen Sohn. Zu der Zeit bildete das Schloss in Nagoya zusammen mit dem Kumamoto-jō in der Stadt Kumamoto sowie dem Ōsaka-jō in Osaka die Gruppe der drei stärksten Festungen des Landes. Bis 1868 blieb Nagoya-jō Sitz der Owari 尾張藩, einer Zweigfamilie der Tokugawas 徳川氏. Das Schloss wurde auch in der Edo-Zeit unbehelligt gelassen. Jedoch wurde die Anlage bei den Bombenangriffen im Jahr 1945 zerstört – einzig ein Tor und ein paar Yagura 櫓 blieben übrig. Im jetzigen Nachbau kann man Photos aus der Vorkriegszeit sehen.

Der Donjon des Nagoya-jō (Burg von Nagoya)
Der Donjon des Nagoya-jō (Burg von Nagoya)

Ende der 50er Jahre wurden zahlreiche zerstörte Schlösser wiederaufgebaut. Darunter dass von Nagoya. Die Grundrisse der Anlage blieben natürlich erhalten – die Teile, die den Krieg überstanden, wurden zum wichtigen Kulturgut erklärt. Der Hauptbau steht in der Mitte des honmaru 本丸, umgeben von hohen Mauern und ist deutlich in shōtenshukaku 小天守閣 (kleiner Donjon, siehe Aufbau) und den eigentlichen tenshukaku 天守閣 unterteilt. Der besteht aus Stahlbeton – mit einem Außenlift (!) und einem Innenlift. Im Inneren findet man Ausstellungsräume. Zu sehen ist ein witziger Nachbau einer altjapanischen Gasse sowie der Familienschatz der Burgherren. Ganz oben schliesslich gibt es einen Souvenirladen und eine Aussichtsplattform.

Die Giebel des Schlosses zieren zwei goldene Shachihoko 鯱 (Giebelkarpfen, Photo des Shachihoko siehe Link!) – sie sind das Symbol von Nagoya. Sie sind jeweils ca. 2.60m x 2.60m gross, über 1.2 Tonnen schwer und sind mit rd. 44 Kilogramm 18-karätigen Gold beschlagen.

Bausünde: An die Burg von außen angepappter Fahrstuhl
Bausünde: An die Burg von außen angepappter Fahrstuhl

Der Eintritt in den Bereich und das Schloss kostet 500 ¥, geöffnet hat es von 9:00 bis 16:30. Das Schloss ist ziemlich weit vom Bahnhof entfernt – am besten fährt man mit der Metro (Meijō-sen) bis zum Rathaus (shiyakusho 市役所). Von dort ist es sehr leicht zu finden. Mehr zur Stadt und mehr Photos vom Schloss selbst siehe Nagoya.

tabibito
tabibitohttps://japan-almanach.de
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei der Tabibitos Blog empfohlen.

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