GeschichteBurg von Marugame - Original und mit Aussicht

Burg von Marugame – Original und mit Aussicht

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Die Burg von Marugame schmückt die gleichnamige Industriestadt im Norden von Shikoku. Und eigentlich kein besonderer Ort – schliesslich gab es in tausenden Orten wie Marugame tausende von Burgen. Aber Marugame zählt zu den nur 12 Orten Japans, die es geschafft haben, ihre Burg mehr oder weniger im Originalzustand ins 3. Jahrtausend zu schleppen.

Interessant sind die Proportionen der Burg: Sie wurde auf dem nur 66 m hohen 亀山 (Kameyama, Schildkrötenberg) gebaut – der allerdings wie eine Insel in der sonst topfebenen Stadt steht. Um den Hügel herum wurde ein breiter Wassergraben angelegt. Die Festungsmauern beginnen kurz hinter dem Graben und gehen in mehreren Etagen bis zum Plateau – der Hügel sieht kaum noch wie ein natürlicher Hügel aus, sondern eben wie eine gewaltige Festung. Mit einem winzigen Donjon oben drauf. Die Burg von Marugame zählt vom Typ her zu den 平山城 (Hirayamajiro) (Berg-in-der-Ebene-Burg).

Bereits 1597 begann der 生駒 (Ikoma)-Clan mit dem Bau der Burg. Allerdings verlegte der Clan nur wenige Jahre später seinen Hauptsitz nach Takamatsu, und so spielte Marugame eine eher kleinere Rolle. Die Besitzer der Burg sollten später dann noch zwei Mal wechseln.

Blick von der Unterstadt zur imposanten Mauer - und dem Mini-Donjon der Burg von Marugame
Blick von der Unterstadt zur imposanten Mauer – und dem Mini-Donjon der Burg von Marugame

Die dem Bahnhof und dem Stadtzentrum zugewandte Seite der Burg markiert einen der vier Übergänge zur Anlage. Im Wassergraben tümmeln sich, dem Namen der Stadt gehorchend, unzählige Schildkröten. Das dem Zentrum zugewandte und damit auch grösste und schönste Tor heisst 大手門 (Ōtemon). Nachdem man das Tor durchschritten hat, geht es linkerhand den recht steilen 見返り坂 (Mikaeri-Saka, der „Zurückblick-Hang“) hinauf. Am Ende dessen kommt man an imposanten, bis zu 20 m hohen Mauern vorbei zum 三の丸 (Sannomaru, dritter Innenhof). Eine Steigung später gelangt man in den 二の丸 (Ninomaru, zweiter Innenhof). Dort findet man unter anderem einen Brunnen – um diesen rankt sich eine Legende.

Der Mini-Donjon der Burg
Der Mini-Donjon der Burg

Da gab es wohl damals einen Arbeiter namens 重三郎 (Jūzaburo), der immer nackt arbeitete und deshalb immer „Nackter Hans“ (bzw. Juzabu statt Hans) genannt wurde. Er war für den Bau der Mauern verantwortlich. Als er fertig war, war der Burgherr zufrieden und meinte, dass ausser den Vögeln wohl keiner diese Mauern überqueren könne. Juzaburo widersprach und sagte „Gebt mir einen nur einen Fuss langen Eisenstab“ und erklamm damit die ganze Burg. Der Burgherr war nicht begeistert und hatte Angst davor, dass sich das Wissen darum verbreitet. Also bat er Juzaburo, etwas im Brunnen nachzuschauen. Von oben warf der Burgherr dann schwere Steine hinterher und tötete somit den guten Mann.

Bei der Burg von Marugame sind vor allem die Mauern und verwinkelten Gänge interessant. Der Hauptbau selbst ist extrem klein (das oberste Stockwerk hat keine 20 m² und kaum interessant – ein kleines Heimatmuseum, und das war es auch schon. Der Ausblick vom Schloss und dem Plateau ist grandios – man kann weit ins Land schauen. Bei gutem Wetter liegt die gigantische Brücke zur Hauptinsel Honshu zum Greifen nahe. Der Eintritt in den Donjon kostet 300 ¥. Mehr zur Stadt an sich siehe unter Marugame!

Burggraben und Yagura der Burg von Marugame
Burggraben und Yagura der Burg von Marugame
tabibito
tabibitohttps://japan-almanach.de
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei der Tabibitos Blog empfohlen.

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