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Jetzt kaufen… oder!?

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Wenn man das wüsste… aber momentan sieht es ganz stark danach aus, dass man sich besser jetzt mit Euro versorgt – zumindest in unserem Fall, da es in zwei Monaten nach Deutschland geht. Für einen Euro bezahlte man heute ganze 115 Yen. Vor wenigen Wochen waren es noch 165 Yen. Euro sind also um fast 30% billiger geworden. Alle Achtung. Das bedeutet auch, mein Gehalt ist – in Euro gerechnet – um fast 50% gestiegen. Was mir freilich nur etwas nützen würde, wenn ich von Deutschland aus zur Arbeit in Japan pendele.
Aber der Höhenflug des Yen wird sich relativ sicher bald wieder legen – für Japan ist ein starker Yen alles andere als erfreulich, und die Politik hat bereits drastische Massnahmen angeordnet, um der Wirtschaft unter die Arme zu greifen und den Yen billiger zu machen.
So. Wo kaufe ich nun den iPod touch eigentlich? Für 219 Euro in Deutschland oder 27,800 Yen? Momentan würde wohl der deutsche Einzelhandel den Zuschlag erhalten.
Das Wort des Tages: 円高 – endaka. Yen-teuer. So heissen die Phasen, in der der Yen teuer ist. Gift für Japans Exportwesen.. und Japanbesucher, die sich beim momentanen Kurs wirklich erschrecken dürften.

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tabibito
tabibitohttps://japan-almanach.de
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei der Tabibitos Blog empfohlen.

17 Kommentare

  1. Diese Erfahrung mache ich leider auch. Als ich im Sommer in Japan war, kam es bereits zu dem ersten Preis Sturz, von 169 auf ca. 140¥. Meinen Ipod Classic habe ich damals jedoch gerade noch rechtzeitig für umgerechnet 176€ gekauft.

  2. Ja, für Japan sieht es übel aus – der Carry Trade ist zusammengebrochen und das «Export only»-Modell muss zwangsläufig überdacht werden, wenn der bisherige Status Quo lässt sich nicht wiederherstellen. Aber für die meisten Japaner wären Veränderungen in Richtung eines Systems, in dem sich Sparen wieder lohnt und anständige Löhne gezahlt werden, ja eigentlich erfreulich.

  3. Dieser Höhenflug des Yen kommt für mich natürlich mal wieder genau zum falschen Zeitpunkt … in anderthalb Wochen gehts mal wieder nach Japan, Urlaub machen. Und ich brauche natürlich noch Yen… :(

  4. Tja heute wäre der beste tag gewesen um Geld nach Deutschland zu transferieren… für 117 Yen.
    Morgen wird es schon wieder höher sein.
    @mds
    wieso endlich anständige Löhne? Also ich kann mich nicht beklagen, bekomme mehr Gehalt als in Deutschland im Prekariat :-(
    Wo unmögliches von Absolventen verlangt wird für ein lächerliches Gehalt.

    Oder beziehst du dich auf „Nova“-Englishlehrer etc.pp Gehälter?

  5. Der Kurs mag schmerzhaft sein, trotzdem glaube ich nicht das sich viele Touristen davon abschrecken lassen werden. Japan war noch nie ein günstiges Reiseziel, schon der teure Flug, schiebt da einen Riegel vor. Und im gehobenem Reisesegment,(wo ich Japan platziere) haben hohe Wechselkurse nicht das Gewicht. Es wird wohl eher eine Rolle spielen wie stark die Rezession ausfallen wird.
    Doch auch da könnte ich mir vorstellen das dass wegbleiben
    von Geschäftsleuten, die Hotels zu Preissenkungen und günstigen Arrangments für den
    Normaltouristen bewegen könnte. Mich würde es freuen. Denn das was wirklich ein Loch in die Ferienkasse schlägt, sind die Übernachtungskosten. Heydal

  6. @mds
    Kann Dir nur zustimmen. Das einzige, was momentan schnell hier wächst, ist die Working poor-Gruppe.

    @BigAl
    Extrem günstiger Postbanktransfer? Erzähl mehr!

    War heute in Hiroo in der Mittagspause bei drei Banken – alle drei hatten keinen einzigen Euro mehr, und auch bei den Banken in Shibuya war die Hölle los – halb Japan scheint momentan Euro zu kaufen.

  7. Frage bei einer orangenen oder grünen Postfiliale nach einem

    国際送金請求書兼告知書

    Habe gestern einen Kurs von 1:117 bekommen, kostet pauschal nur 2500 Yen und ist in 6 Werktagen auf dem dt. Konto.

    Für Musterformulare mich oder Michi anhauen :D.

  8. @tabibito
    Reden wir hier von Leuten mit gutem Uni-Abschluss oder von den sogenannten „Fleetern“ die sich mit kleinen Jobs ihr „freies“ Leben außerhalb der Tradition versuchen zu finanzieren?

    Das es global einen Trend zu „Working poor“ gibt ist IMHO korrekt besonders für Leute mit (ich hasse das Wort) „niedrigen Bildungsabschlüssen“.
    Versuch doch mal mit Real- oder noch schlimmer Hauptschulabschluss einen gut bezahlten Ausbildungsplatz oder danach eine Stelle zu bekommen.

    Und für Uni Absolventen in Deutschland sieht es dann fast noch übler aus.
    Da werden viele in Deutschland als Praktikanten oder Zeitarbeitskräfte von Firmen ausgebeutet und ins Prekariat gedrängt mit den Versprechungen nach einer festen Stelle (BTDTGTTS).

    Ich persönlich habe mich durch viel harte Arbeit und selbst finanziert nach meiner Lehre „weitergebildet“ um dann nach dem Studium im besten Falle Gehälter angeboten zu bekommen, die auf dem gleichen Niveau lagen wie ich zuletzt als Laborant verdient hatte (wo ich aber schon an Publikationen mitgeschrieben habe).

    Es ist wie gesagt unbestritten das dass ganze System aktuell „on the Fritz“ ist.

    Das aber der durchschnittliche Absolvent in Japan nur seine 20Man bis 25Man pro Monat bekommt liegt aber auch daran das die meisten nach der Uni erst noch „angelernt“ werden müssen.
    Was leider ein düsteres Bild auf die japanischen Universitäten wirft.
    D.h. die Absolventen hier werden nach der Uni wie Auszubildende in Deutschland behandelt und bezahlt.

    Bei RIKEN wurde mein Physikdiplom und die vorhandene Berufserfahrung mit einem PhD gleichgestellt (finanziell und vom „Rang“).
    Da ist das japanische System z.B. viel flexibler und ich finde das gut!

  9. @Michael
    Bildung hin oder her – eins steht doch fest: Wer den ganzen Tag hart arbeitet, sollte wenigstens genug zum Leben haben. Klar muss mehr Verantwortung und Eigeninitiative besser belohnt werden. Und 20man – 25man (man = 10,000, also 200,000 – 250,000 für die „Nichtjapaner“) kann man kaum als Working poor-Gehalt bezeichnen. Es gibt aber eben mehr und mehr Fälle, in denen Menschen – nicht aus Gründen der Selbstverwirklichung, sondern aus reiner Not – in schlechtbezahlte Jobs gedrückt werden.

    Davon mal abgesehen ist das mit dem Gehalt wirklich relativ zu sehen: Wäre ich Single, würde ich mir hier wohl einen Wolf sparen. Aber mit Frau und Kind sieht das gleich ganz anders aus. Nicht, dass ich Working Poor bin oder in der Nähe davon, aber es macht schon einen grossen Unterschied. Hier wie in Deutschland.

  10. @Tabibito gut das wir über die 20-25man einer Meinung sind. :-)
    Das Problem das immer mehr in schlecht bezahlte Jobs gedrückt werden, ist aber kein Japan Problem, dass ist ein weltweites Problem.
    Und wenn man dann die andere Seite „sieht“. :-(

    Und das Frau und Kind auf einem ganz anderen Blatt stehen…
    Wie sagt man so schön, „Tell News“. ;-)

  11. @Juergen
    Das kann man so pauschal nicht einfach beantworten – haengt ab wo man wohnt und ob man Familie hat oder nicht. Als Single sind 1,700 kein Problem – bei moderaten Ansprüchen natürlich. Abzüge bei 1,700 Euro brutto sind, so ich mich recht erinnere, ca. 10-15%. Miete (kalt, Tokyo) von 200 Euro bis oben offen, wer halbwegs lebenswert wohnen möchte, sollte aber mit mindestens 400 Euro (kalt, + ab 100 Euro Strom, Wasser, Gas) rechnen. Lebensmittel? 200 Euro+, je nach Ansprüchen. Hinzu kommen Kommunalsteuern und dergleichen. Nein, mit 1,700 Euro lässt es sich ganz gut aushalten hier. Wenn man keine Familie hat.

  12. @Gehalt Ja, dem stimme ich uneingeschraenkt zu. Ich frage mich auch schon, wo wir das Geld hernehmen, wenn wir unser erstes Kind bekommen …

    Achso die Eltern meiner Freundin haben fuer unsere Europareise gegen Ende des Jahres 1000 Euro umgetauscht fuer uns :)

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