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Wie man einen Politiker loswird / Was sonst noch passierte

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In Deutschland muss man sich scheinbar einiges leisten, um als Politiker dafür zu sorgen, sich selbst aus dem Amt zu kicken oder gegangen zu werden. Mit verbalen Ausrutschern ist es da selten getan, mit etwas Küngelei scheinbar auch nicht. In Japan geht das hingegen – zumindest manchmal – offensichtlich viel leichter. Man muss sich nicht erst die Umstände machen und eine halbe Doktorarbeit fälschen – es reicht, wenn der eigene Mitarbeiterstab nicht aufpasst, und eine Spende von jemandem eingeht, der eigentlich nicht Spenden darf. Der Beschenkte war in diesem Fall der für japanische Politikerverhältnisse recht junge und dynamische Aussenminister Maehara. Der bzw. In diesem Fall Schenkende war eine ältere koreanische Frau aus Maehara’s Nachbarschaft in Kyoto, die ihn laut eigenem Bekunden schon immer sympathisch fand und deshalb hin und wieder ein paar Hundert Euro spendete. Ohne ihm davon etwas zu sagen.
Nun lebt besagte Koreanerin schon immer in Japan, aber wie es in Japan nun mal so ist, berechtigt dass nicht automatisch zu gleichen Bürgerrechten. So dürfen Ausländer, egal ob sie hier seit Generationen wohnen und das Land nie verlassen haben oder nicht, nicht an Wahlen teilnehmen – und offensichtlich auch nicht Spenden an Parteien und Politikern entrichten. laut Fernsehinterview war das der Dame nicht bekannt (nachvollziehbar) und sie hätte es auch nicht gemacht, wenn sie von dem Verbot gewusst hätte. Auch das glaube ich nur allzugerne – schliesslich wollte sie mit dem Geld dem Mann etwas Gutes tun. Andererseits könnte mich die ganze Geschichte ebenfalls zu spontanen Spenden an … lassen wir das.
Und so schrie die Opposition laut „Foul!!“ und Maehara blieb nichts anderes übrig, als zu gehen. Dabei beklagte sich erst neulich ein anderer Aussenminister bei ihm – seit er im Amt sei, habe er bereits 6 japanische Aussenminister kommen und gehen sehen (Quelle: Japan Times, 8 März 2011). Und wer will schon vor jeder Konferenz ständig neue japanische Namen pauken müssen? Nur am Rande: Der neue heisst Edano, soll aber nur für ein paar Wochen bleiben, bis ein anderer gefunden wurde.
In diesem Fall erscheint mir der Rücktritt als äußerst bedauernswert – ein halbwegs fähiger Politiker verlässt wegen einer Lappalie die Bühne. der Opposition kann man hindes nur den folgenden alten Spruch hinterherrufen: „Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche!“
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Da feiert dieser Blog in diesem Monat sein 5-jähriger Bestehen, doch erwartungsgemäß bleibt momentan nicht viel Zeit zur Blogpflege. Das ist zum einen familiär bedingt, zum anderen mag es auch daran liegen, dass ich momentan eine Art Mini-Flickr für den Hausgebrauch schreibe – es wird langsam an der Zeit, tausende Photos aus Japan zu ordnen und mit Tags zu bestücken. Danach schreibe ich bestimmt wieder etwas mehr. Ehrlich.

tabibito
tabibitohttps://japan-almanach.de
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei der Tabibitos Blog empfohlen.

1 Kommentar

  1. Ach bitte Du solltest unbedingt die eine oder andere Spende tätigen. Und da sage noch mal einer das Ausländer in Japan keinen Einfluss auf die japanische Politik haben. Schade das es diese Regelung nicht auch in der Schweiz gibt, da könnte man das eine oder andere „Personalproblem“ ganz elegant lösen. Einmal mehr ist uns Japan weit voraus );D

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