BlogRekordhitze in Japan -- und kein Ende in Sicht

Rekordhitze in Japan — und kein Ende in Sicht

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Ja, es wird im Sommer in Japan durchaus sehr heiß — und schwül. Doch dieses Jahr ist es extrem, und ein Ende ist nicht absehbar. Nach sintflutartigen Regenfällen vor allem im Norden Japans – selbst das Stadtzentrum der Präfekturhauptstadt Akita stand vor zwei Wochen unter Wasser – folgte nun in dieser Woche das offizielle Ende der Regenzeit im Großraum Tokyo und den Gegenden weiter nördlich. Ungewöhnlich ist jedoch, dass es schon zwei, drei Wochen vor Ende der Regenzeit in Tokyo nicht geregnet hat — es gab nur hier und da ein sporadisches Gewitter, doch einige Gegenden bekamen nicht mal das ab. Der letzte nennenswerte Regen fiel in meiner Gegend am 1. Juli – und seit gut drei Wochen ist es völlig trocken.

Auch die Temperaturen sind ungewöhnlich – im Juli verzeichnete meine Wetterstation lediglich einen einzigen Tag (nämlich den 1. Juli), an dem die Temperatur nicht über 30 Grad stieg – dafür aber 17 Tage, an dem die Höchsttemperatur über 35 Grad lag. Hinzu kamen 13 tropische Nächte bisher – also Nächte, in denen die Temperatur nicht unter 25 Grad fiel.

Die Wetterprognosen versprechen keine großen Veränderungen – voraussichtlich wird es zumindest in den nächsten zwei Wochen wohl so weitergehen. Mit allen unangenehmen Begleiterscheinungen – schon jetzt gibt es täglich Meldungen über tödliche Badeunfälle von Kindern sowie einer rasant steigenden Zahl von Hitzeschlagopfern. Immerhin ist die Luftfeuchtigkeit zur Zeit nicht so groß – sie liegt bei nur 70%. Doch der Unterschied zu heißen Sommern in Deutschland ist nach wie vor die Tatsache, dass es sich nachts nicht richtig abkühlt.

So sahen die Temperaturen bisher im Juli 2023 aus (gemessen von Tabibitos Wetterstation)
So sahen die Temperaturen bisher im Juli 2023 aus (gemessen von Tabibitos Wetterstation)
tabibito
tabibitohttps://japan-almanach.de
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei der Tabibitos Blog empfohlen.

9 Kommentare

  1. Als ich im Juli 1980 eingezogen wurde, hatten wir sechs Wochen lang ueber 30 Grad tagsueber, mussten aber trotzdem aufgeroedelt durch die Botanik watzen. Wir nannten es damals „Sommer“ und haben es alle ueberlebt… ;-) Die Wetterkarten kannten auch noch keine tiefroten Panik-Toene… ;-)

  2. Also Anfang Juli hatten wir ca. ein Woche starke Bewoelkung in der Kantogegend und es war ok. Bin sogar einen Tag fuer 6 Stunden auf dem Fluessen von Tokio gepaddelt.

  3. Hier auf Kyushu war der Wechsel von Regenzeit auf Sommerhitze ziemlich abrubt.
    Es kam einiges an Niederschlag runter. Aber wie im Norden, auch hier stellenweise in gewissen Zeitabständen zu viel.

    Seit Anfang Juli kann ich mit meinem Hund eigentlich nur noch früh morgens und nach Sonnenuntergang raus… Fast jeden Tag haben wir über 35°.

    Egal welchen Mikan-Bauern ich hier frage, das war früher definitiv nicht so heftig. Sei es die Anzahl an nachfolgenden Hitzetage, noch die Spitzentemperaturen.

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