BlogMal so ganz unter sich im Kinderland

Mal so ganz unter sich im Kinderland

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Als wir noch in der Präfektur Chiba wohnten, zog es uns gelegentlich der lieben Kleinen wegen in den Andersen-Park – ein recht liebevoll eingerichtetes Refugium für den nach Unterhaltung gierenden Nachwuchs. Dieser Park ist nunmehr zu weit weg, also müssen wir uns nach Alternativen umschauen. Und siehe da, im Westen der Stadt Yokohama und nur 25 Minuten mit dem Zug von uns entfernt gibt es das こどもの国 – kodomo-no-kuni (Kinderland) – ein rund 100 Hektar grosser Park, der in den 1960ern auf dem ehemaligen Gelände eines Munitionslagers (!) gebaut wurde. Eintritt: 600 Yen pro Erwachsenen, 300 Yen pro Kind. Der strahlend blaue Himmel liess es erahnen: Wir würden wohl nicht allein dort sein. Letztendlich verlaufen sich die Massen in dem grossen Park, und es gibt sogar ein paar Pfade in den hinteren Ecken des Parks, auf denen man kaum einer Menschenseele begegnet. Einer der Hauptanziehungspunkte des Parks im Winter ist eine Schlittschuhhalle. Zum Glück haben wir nicht den Extra-Eintritt dafür bezahlt, denn in der Halle sah es wie folgt aus:

Schlittschuhlaufen im Kodomo-no-kuni
Schlittschuhlaufen im Kodomo-no-kuni

Wie jetzt, da ist ja gar kein Eis? Doch, doch! Da war welches! Irgendwo zwischen all den Menschenmassen. Hinzu kam die permanente Beschallung der Wächter des Eises: Bitte nicht da laufen! Bitte nicht so laufen! Bitte nicht zusammen laufen! Und so weiter. Von weitem sah es aus wie Freigang im Gefängnishof.
Nun gut. Schlittschuhlaufen also nicht, dann aber wenigstens zur 110 Meter langen Megarutsche:
Ein Mal rutschen bitte!
Ein Mal rutschen bitte!

Immerhin, es standen nur rund 100 Leute an, so dass wir uns nach nur knapp 30 Minuten auf der quälend langsamen Rutsche nach unten bewegen konnten. Geht doch. Aber von einem passablen Spaziergang abgesehen gab es dann doch noch ein kleines Highlight: In einem hinteren Teil des Parks konnte man Drachen selbst bemalen und zusammenbauen. Und dank Wind auch noch gleich austesten. Für nur 300 Yen pro Kind und Drachen.
Drachen bemalen
Drachen bemalen

Trotz all der Umstände werden wir auf jeden Fall wieder dorthin fahren. Schliesslich sind wir das obige schon mehr als gewohnt.

tabibito
tabibitohttps://japan-almanach.de
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei der Tabibitos Blog empfohlen.

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