Die Raketen werden übrigens von der Insel Tanegashima in der Präfektur Kagoshima abgefeuert – denn je näher man dem Äquator ist, desto weniger Energie braucht man, die Raketen ins All zu schiessen. Die Starts kann man auch von der nahegelegenen Insel Yakushima gut sehen, wo sich zu diesem Anlass jeweils die halbe Inselbevölkerung auf halber Strecke einer Bergstrasse einfindet. Man kann es verstehen – faszinierend ist der Anblick bestimmt.
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Eine andere Nachricht des heutigen Tages war der Vormarsch der Syphilis in Japan: In diesem Jahr wurden bisher gut 2’000 Fälle der auch in Japan meldepflichtigen Geschlechtskrankheit registriert – im letzten Jahr waren es wohl nur 1’600 Fälle. Kein Wunder, möchte man meinen, wo doch Präser oder andere Vorsichtsnahmen in Japan nahezu unbekannt sind. Allerdings gab es im bevölkerungsärmeren Deutschland in den letzten Jahren rund 5’000 neue Fälle pro Jahr. Damit ist die Krankheit also weniger häufig anzutreffen. Interessanterweise nennt man die Krankheit auf Japanisch 梅毒 baidoku (wörtlich: Pflaumengift). Ein Schelm, wer da… aber die Wortgenese ist wohl anders. Die Furunkel auf der Haut im fortgeschrittenen Stadium ähneln in Grösse und Farbe den Bergpfirsichen, und in dem Wort kommt eben das Schriftzeichen “梅” (BAI, ume – alleinstehend: Pflaume) vor. Ergo: Immer schön aufpassen.
Damit die Japaner mit ihren wenigen Rohstoffen in der Weltwirtschaft konkurrenzfähig bleiben, finde ich den Schritt in einer neuen Richtung notwendig. Auch wenn dieser in die Raumfähre geht.
Die höhere Infektionsrate trotz Schutzgummi ist eventuell auf missverständliche Gebrauchsanweisungen zurück zuführen:
http://justillon.de/2015/09/drei-orgasmen-pro-kondom-rechtsstreit-unter-gummiproduzenten/
Ich finde die japanische Bezeichnung trotz allem wesentlich angenehmer!