BlogShūdan Kōdō - Präzisionsmarschieren

Shūdan Kōdō – Präzisionsmarschieren

-

Japaner haben ein Faible für so etwas, wie es scheint – Algorithmisches Turnen zum Beispiel ist eine typisch japanische Erfindung – allerdings ist es nur eine Kunstform dessen, was man tagtäglich so in der Hauptberufsverkehrszeit so anstellen muss, um sich durch die Massen zu kämpfen. Aber es gibt noch mehr. Eine in Deutschland wie es scheint wenig bekannte japanische Besonderheit ist das 集団行動 – shūdan kōdō – das Präzisionsmarschieren. Das kennt man sicherlich von Militärparaden in Nordkorea zum Beispiel, aber in Japan entwickelte man eine sehr imposante, zivile Variante des Ganzen. Die Choreographie ist äußerst beeindruckend und erfordert, wie es aussieht, sehr viel – mitunter bestimmt auch schmerzhafte – Übung. Ein schönes Beispiel ist die folgende Vorstellung. Für die Leser mit wenig Geduld – 1:55 bis 2:10 sind zum Beispiel sehr eindrucksvoll.

Vor allem die Nittai (kurz für 日本体育大学 – Nippon Taiiku Daigaku) ist bekannt für ihre Präzisionsmarschaufführungen. Vor nicht allzu langer Zeit traten dabei zum ersten Mal Frauen auf, und angesichts der Tatsache, dass diese nur 45 Tage Vorbereitungszeit hatten, ist auch diese Vorstellung ziemlich eindrucksvoll.

Nun kann man vom Marschieren halten, was man will – aber die Präzision ist sehr beeindruckend: Dahinter steckt eine Menge Arbeit. Und Mathematik.

Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
tabibito
tabibitohttps://japan-almanach.de
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei der Tabibitos Blog empfohlen.

2 Kommentare

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Neueste Beiträge

Diese Ausländer und jene Ausländer

Just erschien in der Online-Ausgabe der Japan Times ein interessanter Artikelsiehe hier über das Thema Übertourismus und wie man...

Ramen Senmonten Ogawa (らーめん専門店 小川 高幡不動店) in Takahata-fudō, Hino, Tokyo

In diesem kleinen Lokal werden hauptsächlich Tonkotsu-Ramen serviert. Das schöne daran: Mit den Zutaten kann man viel experimentieren.

Ōkunoshima – ehemalige Giftgasproduktionsstätte und Karnickelparadies

Ōkunoshima: Von der geheimen Giftgasfabrik zum Kaninchenparadies. Die düstere Geschichte, die Ruinen und die Wahrheit hinter den zahmen Bewohnern.

Japan fährt weltgrößtes Atomkraftwerk wieder hoch – und gleich wieder runter

Mitten in der Präfektur Niigata, am Ufer des Japanischen Meeres, steht das größte  Atomkraftwerke der Erde: Das Kashiwazaki-Kariwa-AKW hat...

Kolumne: Plötzliche Neuwahlen, mutige Wahlversprechen und eine neue Partei

Keine drei Monate ist Takaichi Sanae als Premierministerin im Amt, und dann das: Vor ein paar Tagen kündigte sie...

Verschwinden die “Verspätungsbescheinigungen” bald aus dem Berufsverkehr?

Es sind manchmal die kleinen Dinge, die viel über ein Land aussagen und einen staunen lassen. Dazu gehören in...

Must read

Die 10 beliebtesten Reiseziele in Japan

Im Mai 2017 erfolgte auf dem Japan-Blog dieser Webseite...

Auch lesenswertRELATED
Recommended to you