BlogArakurayama-Sengen-Schrein oder wo kommen all die Touristen her?

Arakurayama-Sengen-Schrein oder wo kommen all die Touristen her?

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Manch Japanbesucher findet sich hier bereits am zweiten oder dritten Tag seiner ersten Japanreise ein – ich habe mehr als 16 Jahre gebraucht, um mich dorthin zu begeben: Zum 荒倉山浅間神社 Arakurayama-Sengen-Schrein nebst Park. Der befindet sich in unmittelbarer Nachschaft zu den Fuji-Goko, den 5 Seen des Fuji-san, und ist eines der beliebtesten Fotomotive Japans – denn hier bekommt man einen typischen Schrein, den Fuji-san und im Frühjahr noch Kirschblüten und im Herbst das bunte Laub auf ein einziges Foto. Mehr Japan geht kaum, es sei denn, eines der Pokemon-Flugzeuge fliegt gerade vorbei und ein Sushi-kauender Tourist drängelt sich ins Bild.

Gemieden habe ich den Ort vor allem wegen der Massen an Touristen. Das bedeutet, dass jetzt die Chancen grösser sind, dort ein oder zwei gute Fotos zu machen. Dachte ich jedenfalls, denn als wir am Sonntag dort aufschlugen, gab es dutzende Touristen vor Ort, und die meisten kamen nicht aus Japan – sie schienen zum überwiegenden Teil aus Thailand und Vietnam zu stammen. Soweit, so gut. Allerdings trug rund die Hälfte dieser Touristen keine Maske, und das trifft den japanischen Nerv zur Zeit besonders. Japan steckt inmitten der dritten Welle (die zweite war allerdings nie ganz abgeebbt), und die Medien haben begonnen, sich auf Ausländer als Überträger der Krankheit einzuschiessen. Das ist völliger Blödsinn – sicher, in Japan stecken sich auch Ausländer mit dem Virus an, aber diese Gruppe macht nur rund ein Prozent der Bevölkerung aus, und der Großteil der Ausländer trägt sehr wohl Masken.

Ein paar Wochen war es zum Thema Corona in Japan etwas ruhiger geworden, doch das hat sich nun geändert. Tokyo verzeichnete heute zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie mehr als 500 Infizierte, und im ganzen Land sind es nun mehr als 2000. Das ist zwar vergleichsweise wenig, setzt hier aber neue Rekorde, und von einer Trendwende ist noch nichts spürbar. Die Coronamüdigkeit erleichtert die Sache auch nicht gerade.

Was mich allerdings nun doch interessiert, ist, wie voll der obige Schrein zu normalen Zeiten war. Es muss jedenfalls der blanke Wahnsinn gewesen sein.

tabibito
tabibitohttps://japan-almanach.de
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei der Tabibitos Blog empfohlen.

2 Kommentare

  1. Also ich war dort bereits 2 Mal.
    Müsste nachsehen, wann genau das jeweils war, aber ist schon gut 10 Jahre her. :)
    Beide Male war nicht viel los, v.a. als ich Ende Dezember dort war, war ich fast ganz alleine dort. Keine Ahnung, ob die Pagode damals noch nicht GANZ so bekannt war. Ich war aber weder zum Herbstlaub noch zur Kirschblüte dort, vielleicht hatte es auch was damit zu tun. :)
    Freut mich, dass du es endlich mal dorthin geschafft hast. ;)

  2. Ich war vor 2 Jahren mal im Oktober dort, am frühen Nachmittag und war nicht ganz allein, aber viel war nicht los. Vielleicht 10 Menschen insgesamt oben am Schrein und am bekannten Fotospot.

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